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Die Optimierung

Der günstigste Einkauf ist selten die Summe der günstigsten Einzelpreise.

Ein Klick auf in der Kopfzeile des Auftrags verteilt alle nicht fixierten Positionen neu. Diese Seite erklärt, was dabei gerechnet wird — und warum das Ergebnis manchmal überrascht.

Warum es nicht trivial ist

Die naheliegende Regel — „jede Position beim günstigsten Distributor" — führt regelmäßig zum teuersten Gesamtergebnis. Drei Gründe:

  • Fracht fällt je Bestellung an, nicht je Position. Fünf Positionen bei fünf Distributoren bedeuten fünfmal Fracht.
  • Frachtfreigrenzen sind Sprünge. Ein Warenwert von 249 € kostet Fracht, 250 € nicht. Es kann sich lohnen, eine Position bewusst teurer einzukaufen, um diese Grenze zu erreichen.
  • Mindestbestellwerte machen Bestellungen unattraktiv. Eine einzelne Kleinposition bei einem sechsten Distributor bleibt womöglich unter dessen Mindestbestellwert.

Die Aufgabe lautet also nicht „finde je Position den besten Preis", sondern „finde die beste Kombination von Distributoren". Bei zehn Positionen und zwanzig Distributoren ist das von Hand nicht mehr zu überblicken.

Die vier Optimierungsziele

Vor dem Klick wählen Sie neben dem Button das Optimierungsziel:

ZielWas es tut
EGIS-Optimierung (Gesamtkosten)Legt den Warenkorb bei EGIS an und lässt ihn dort optimieren. EGIS rechnet fest auf Einkaufspreis zuzüglich Fracht
Eigene: günstigste Gesamtkosten (exakt)Rechnet lokal das günstigste Distributor-Bündel aus — inklusive Frachtfreigrenzen
Eigene: schnellste LieferungBevorzugt die beste Verfügbarkeitsklasse und die kürzeste Lieferzeit; innerhalb dieser Auswahl wird auf Kosten optimiert
Eigene: nur sofort lieferbarLässt ausschließlich Quellen zu, die die bestellte Menge am Lager haben
Der Unterschied zwischen EGIS und „Eigene"

Die EGIS-Optimierung nutzt tagesaktuelle Marktdaten und legt den Warenkorb gleich in EGIS an — der Weg zur Bestellung ist damit kürzer. Sie kennt allerdings keine Zielkriterien: Die Schnittstelle sieht nur ein Verfahren vor, nämlich Gesamtkosten.

Die eigenen Verfahren rechnen lokal aus den zuletzt abgerufenen Preisen, Beständen, Frachtkosten und Lieferzeiten. Sie kommen ohne Warenkorb-Aufruf aus, kennen dafür drei Ziele — und berücksichtigen die Frachtfreigrenzen, die Sie je Distributor gepflegt haben.

Mindestbestellwerte sind ein Entscheidungshilfe, kein Ausschluss

Unterschreitet eine Kombination bei einem Distributor dessen Mindestbestellwert, wird sie nicht verworfen — die Unterschreitungen werden gezählt und entscheiden nur bei gleichen Kosten zugunsten der sauberen Variante. Der Grund: Distributoren nehmen solche Bestellungen meist an, oft gegen einen Kleinmengenzuschlag. Sichtbar bleibt es trotzdem: Der Reiter EGIS-Beschaffung und das Badge an der Position zeigen „Mindestbestellwert nicht erreicht (180 von 250)".

Wie die eigenen Verfahren rechnen

Alle drei nutzen denselben Rechenkern und unterscheiden sich nur darin, welche Quellen je Position überhaupt zugelassen sind:

Günstigste Gesamtkosten

Alle Distributoren mit Preis sind zugelassen. Optimiert wird auf die Summe aus Warenwert und Zuschlägen.

Schnellste Lieferung

Je Position bleibt nur die beste Verfügbarkeitsklasse übrig, und darin nur Quellen im engsten Lieferzeit-Fenster. Unter den verbliebenen gewinnt der Preis.

Nur sofort lieferbar

Nur Quellen, deren Bestand die bestellte Menge deckt. Positionen ohne solche Quelle bleiben unzugeordnet — und werden gemeldet.

Der Rechenkern arbeitet in drei Schritten. Sie müssen sie nicht kennen, aber sie erklären, warum das Ergebnis belastbar ist:

  1. Aussortieren. Ein Distributor, dessen größtmögliche Ersparnis gegenüber der jeweils zweitbesten Quelle seine Fracht nicht übersteigt, kann in keiner optimalen Lösung vorkommen — es sei denn, eine Position hat gar keine Alternative. Solche Distributoren fallen sofort raus.
  2. Durchrechnen. Für die verbleibenden Distributoren werden alle Kombinationen bewertet. Steht die Auswahl der Distributoren fest, ist die Zuordnung der Positionen trivial.
  3. Nachbessern. Weil Frachtfreigrenzen die Rechnung sprunghaft machen, folgt innerhalb der gewählten Distributoren-Menge eine Verschiebe-Suche: Lohnt es sich, eine einzelne Position bewusst teurer einzukaufen, um eine Freigrenze zu erreichen?
Warum „exakt" hier wörtlich gemeint ist

Bis zu 18 verbleibenden Distributoren werden in Schritt 2 tatsächlich alle Kombinationen durchgerechnet — das Ergebnis ist damit nachweislich das günstigste, nicht nur ein gutes. Darüber schaltet das Verfahren auf einen schnellen Startwert mit anschließender Verschiebe-Suche um. In der Praxis kommen Sie dort selten hin: Nach dem Aussortieren aus Schritt 1 bleiben meist eine Handvoll Distributoren übrig.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Ein Auftrag über drei Positionen. Drei Distributoren bieten an, alle drei berechnen 15 € Fracht und liefern ab 500 € Warenwert frachtfrei:

PositionDistributor ADistributor BDistributor C
Switch260 €275 €280 €
Telefone (10 ×)240 €230 €250 €
Zubehör95 €98 €90 €

Der naive Weg — jede Position beim Günstigsten:

DistributorWarenwertFrachtSumme
A (Switch)260 €15 €275 €
B (Telefone)230 €15 €245 €
C (Zubehör)90 €15 €105 €
Gesamt580 €45 €625 €

Der optimierte Weg — alles bei A:

DistributorWarenwertFrachtSumme
A (alle drei)595 €0 € (frachtfrei ab 500 €)595 €

Der Warenwert ist um 15 € höher — und die Rechnung um 30 € niedriger.

Gefunden wird das bereits in Schritt 2: Die Kombination „nur A" ist eine der durchgerechneten Varianten, und für sie ist die Zuordnung zwangsläufig. Die Verschiebe-Suche aus Schritt 3 setzt später an — sie prüft, ob sich innerhalb einer bereits gewählten Distributoren-Menge eine einzelne Position noch umbuchen lässt.

Woher die Konditionen kommen

Frachtkosten, Frachtfreigrenzen und Mindestbestellwerte stehen an der Distributor-Zuordnung unter .

Sie werden aus jeder EGIS-Optimierungsantwort automatisch übernommen und lassen sich als Startwert von Hand pflegen. Details: Distributoren & Lieferanten.

Ohne gepflegte Konditionen wird trotzdem gerechnet

Sind für einen Distributor keine Konditionen bekannt, verwendet die lokale Optimierung die je Angebot gemeldete Fracht. Das Ergebnis bleibt sinnvoll — es wird nur genauer, sobald die Freigrenzen bekannt sind.

Was nach dem Klick passiert

  1. Positionen ohne EGIS-Artikelnummer werden über die Kaskade aufgelöst.
  2. Nicht warenkorbfähige Positionen werden aussortiert und benannt.
  3. Die Verteilung wird gerechnet — bei EGIS oder lokal.
  4. Distributor, Einkaufspreis, Verfügbarkeit und Liefertermin werden je Position geschrieben.
  5. Die Zusammenfassungen je Distributor entstehen, Zuschläge werden umgelegt, Zeilenkosten geschrieben.
  6. Ein Bericht im Chatter hält fest, was passiert ist: Ziel, Distributoren mit Positionen, Warenwert und Fracht, sowie jede Position, die keine Zuordnung bekommen hat — mit Grund.
Der Chatter-Bericht ist Ihre Kontrolle

Er beantwortet die Frage „Warum ist diese Position nicht dabei?" ohne Suchen. Typische Einträge: keine EGIS-Artikelnummer, abgekündigt, kein Distributor mit ausreichendem Bestand.

Wann Sie neu optimieren sollten

SituationWarum
Nach jeder MengenänderungFrachtfreigrenzen und Mindestbestellwerte hängen am Warenwert
Nach dem Hinzufügen einer PositionEin weiterer Artikel kann die ganze Verteilung drehen
Kurz vor der BestellungPreise und Bestände bewegen sich täglich

Fixierte Positionen behalten dabei ihren Distributor. Preis, Bestand und Liefertermin werden auch für sie aktualisiert — nur die Bezugsquelle bleibt Ihre Wahl.

Kurz zusammengefasst

FrageAntwort
Was optimiert EGIS?Fest auf Gesamtkosten — die Schnittstelle kennt keine weiteren Ziele
Was können die eigenen Verfahren mehr?Drei Ziele und die Frachtfreigrenzen je Distributor
Kann der Warenwert steigen?Ja — wenn die Gesamtkosten dadurch sinken
Werden Verkaufspreise verändert?Nein
Was passiert mit fixierten Zeilen?Sie behalten ihren Distributor
Wo sehe ich, was übersprungen wurde?Reiter EGIS-Beschaffung und Chatter