Der Weg eines Artikels
Diese Seite verfolgt einen einzelnen Artikel durch einen vollständigen Abgleich. Sie erklärt nicht jede Einstellung, sondern die Reihenfolge: Was passiert wann, was hängt wovon ab, und an welcher Stelle greift welche Schutzregel. Wenn Sie später einmal im Lauf-Protokoll stehen und sich fragen, warum ein Preis nicht geschrieben wurde, finden Sie hier die Antwort.
Unser Beispielartikel ist eine Tischhalterung — ein Artikel mit drei Farbvarianten, von denen wir der silbernen folgen.
Station 1 — Wer kommt überhaupt dran?
Der nächtliche Lauf sammelt alle aktiven Varianten, deren Artikel aktiv ist, die nicht das Häkchen Vom EGIS-Abgleich ausnehmen tragen und die entweder eine EAN oder eine Hersteller-Artikelnummer besitzen. Unsere silberne Variante ist dabei.
Das Häkchen Vom EGIS-Abgleich ausnehmen am Artikel nimmt ihn dauerhaft aus jedem Lauf heraus — nützlich für Eigenprodukte, Dienstleistungen oder Artikel, deren Preise Sie bewusst von Hand pflegen. Auf der Abgleich-Seite lässt sich das direkt in der Artikelzeile über die Spalte ignorieren setzen; ab dem nächsten Start taucht der Artikel dort gar nicht mehr auf.
Station 2 — Wie findet EGIS den Artikel?
Jetzt braucht es einen Schlüssel. EGIS-Connector probiert drei Wege in fester Reihenfolge und nimmt den ersten, der trägt:
- PCS-Nummer. Steht sie am Artikel — entweder in einem Odoo-Feld, das Sie in den Feldzuordnungen verknüpft haben, oder im internen Merkfeld eines früheren Laufs — wird direkt damit abgefragt. Kein Umweg, keine Zusatzabfrage.
- EAN. Der Normalfall beim allerersten Lauf.
- Hersteller-Artikelnummer. Für Artikel, die weder das eine noch das andere haben — typisch für Softwarelizenzen. Hier sucht EGIS-Connector im EGIS-Katalog nach der Herstellernummer, vergleicht sie normalisiert (ohne Trennzeichen) und gleicht anschließend den Hersteller ab.
Unsere Variante hat eine EAN — Weg 2. Die Preis- und Verfügbarkeitsabfrage geht in Zehnerpaketen an EGIS: zehn Artikel je Aufruf.
Führt die Auflösung über die Hersteller-Artikelnummer zu genau einem eindeutigen Treffer, übernimmt EGIS-Connector PCS-Nummer und EAN aus EGIS an den Artikel — die EAN allerdings nur, wenn dort noch keine steht und sie nicht schon an einem anderen Artikel vergeben ist. Ab dem nächsten Lauf läuft der Artikel damit über Weg 1. Mehrdeutige oder erfolglose Fälle bleiben unangetastet und stehen mit Begründung im Protokoll. Die Einzelheiten stehen unter Artikel-Matching.
Station 3 — Der Markt antwortet
EGIS liefert für unsere Variante sechs Angebote. So sieht das auf der Abgleich-Seite aus, wenn man die Zeile aufklappt:

Zwei Distributoren melden 94,55 € bei Bestand 0 und Status Nicht lieferbar, vier weitere melden zwischen 123,67 € und 140,47 € mit Status Im Zulauf und konkretem Liefertermin. Merken Sie sich diese Konstellation — sie wird bei Station 7 wichtig.
Für jedes Angebot passiert nun dreierlei:
- Der Distributor wird einem Odoo-Lieferanten zugeordnet. Wie das läuft und was passiert, wenn keine Zuordnung existiert, steht unter Distributoren & Lieferanten.
- Die Lieferantenzeile wird gesucht oder angelegt. Zuerst variantenscharf, sonst — bei Einvarianten-Artikeln — die Artikelzeile. Fehlt beides, entsteht eine neue Zeile mit dem Kennzeichen Von EGIS verwaltet und einer Reihenfolge, die sie hinter Ihre manuellen Zeilen sortiert.
- Die Informationsfelder werden geschrieben. Bestand, Verfügbarkeit, Liefertermin, Frachtkosten, Lieferzeit und Abgleichszeitpunkt — bei jedem Lauf und auf jeder passenden Zeile, auch auf Ihren manuell angelegten.
Der Einkaufspreis dagegen wird nur auf Zeilen mit dem Kennzeichen Von EGIS verwaltet geändert, nur wenn die Abweichung größer ist als die eingestellte Preistoleranz, und nur wenn die Einkaufspreis-Pflege für diese Produktkategorie nicht abgeschaltet ist. Jede solche Änderung erzeugt eine Zeile in der Preis-Historie.
Station 4 — Die Feldzuordnungen greifen
Jetzt wandern die Artikelattribute in die Felder, die Sie ihnen zugewiesen haben: EGIS-Bezeichnung, PCS-Nummer, Hersteller, Hersteller-Artikelnummer, UVP. Für jedes Attribut gilt: kein Zielfeld gesetzt = wird nicht synchronisiert.
Weil unser Artikel drei Varianten hat, gilt dabei der Varianten-Slot der Feldzuordnung. Ist er für ein Attribut leer, fällt EGIS-Connector auf das Template-Ziel zurück („wie Template"). Das ist der wichtigste Kniff des ganzen Kapitels, und deshalb hat er eine eigene Seite: Feldzuordnungen.
Meldet EGIS einen Hersteller, sucht EGIS-Connector den passenden Kontakt in Odoo. Nur bei genau einem Treffer wird zugeordnet. Zwei gleichnamige Kontakte oder keiner führen zu einem Protokolleintrag statt zu einer möglicherweise falschen Zuordnung.
Die UVP landet unabhängig davon immer im Informationsfeld UVP laut EGIS am Artikel, und ihre Veränderung wird historisiert. Ob sie zusätzlich in ein sichtbares Odoo-Feld geschrieben wird, entscheiden Sie.
Station 5 — Das Datenblatt
Für Artikel, denen noch etwas fehlt, holt EGIS-Connector anschließend das Datenblatt — ebenfalls in Zehnerpaketen, aber ausschließlich über die PCS-Nummer. Daraus verwertet er zwei Angaben:
- Gewicht (nicht Verpackungsgewicht), umgerechnet auf Kilogramm. Es wird nur geschrieben, wenn das Zielfeld zugeordnet ist, der Gewichts-Modus es erlaubt und — bei Mehrvarianten-Artikeln — alle Varianten dasselbe Gewicht melden. Widersprüchliche Meldungen führen zu einem Hinweis statt zu einem falschen Wert.
- Beschreibungstext aus dem Marketing- bzw. Zusammenfassungsteil des Datenblatts. Er wird ausschließlich in leere Zielfelder geschrieben — redaktionell gepflegter Text wird niemals überschrieben.
Ein Artikel ohne Gewicht bringt jeden Versanddienstleister ins Straucheln: Die Tarifierung scheitert, der Kunde kommt im Checkout nicht weiter. Genau dieser Fall war der ursprüngliche Anlass für die Gewichtspflege. Rechnen Sie damit, dass sich Versandkosten im Shop nach dem ersten Lauf für einige Artikel erstmals korrekt — und damit anders als bisher — berechnen.
Station 6 — Abkündigung und Lieferbarkeit
Nun wird bewertet, wie es um den Artikel als Ganzes steht.
Abgekündigt ist er, wenn entweder alle Distributoren ausdrücklich ein Abkündigungssignal melden oder die Variante in mehreren aufeinanderfolgenden Vollläufen gar nicht mehr gefunden wurde (voreingestellt drei). Bei Mehrvarianten-Artikeln muss das für alle Varianten gelten — eine einzelne auslaufende Farbe macht den Artikel nicht zum Restposten. Ist es soweit, bekommt der Artikel das Kennzeichen EOL (EGIS), ein Datum, einen Eintrag im Chatter und das von Ihnen gewählte Shop-Band.
Nicht lieferbar ist er, wenn über alle Distributoren hinweg weder Bestand noch eine Beschaffungsmöglichkeit besteht. Unser Beispielartikel ist das nicht: Vier Angebote stehen auf Im Zulauf. Zulaufware erscheint im Shop bewusst nicht als unlieferbar.
Beides räumt sich selbst wieder auf: Taucht der Artikel wieder auf oder wird ein Distributor wieder lieferfähig, verschwinden Kennzeichen, Band und Meldung automatisch.
Station 7 — Der Verkaufspreis
Nur wenn Sie die Preisbildung eingeschaltet haben, passiert jetzt noch etwas. Und hier zahlt sich die Konstellation aus Station 3 aus:
- Einkaufsbasis bilden. Lieferbare Angebote? Keine. Angebote im Zulauf? Vier — also entscheiden ausschließlich sie. Der niedrigste davon ist 123,67 €. Die beiden unlieferbaren Angebote zu 94,55 € bleiben außen vor. Basis = 123,67 €.
- Zielpreis rechnen nach der gewählten Formel, zum Beispiel Basis zuzüglich 15 % Aufschlag: 142,22 €.
- Floor prüfen: 123,67 € × 1,05 = 129,85 €. Der Zielpreis liegt darüber — passt.
- UVP-Deckel prüfen, sofern aktiviert und eine UVP über dem Floor liegt.
- Psychologisch runden, sofern konfiguriert — und dabei nie unter den Floor fallen.
- Totband prüfen: Weicht der neue Preis vom aktuellen nur innerhalb der Schwelle ab, wird er nicht geschrieben. Das Protokoll vermerkt „VK unverändert (Totband)" samt Abweichung und Schwelle.
- Schreiben und historisieren.
Hätte es lieferbare Angebote gegeben, wäre die Basis niedriger ausgefallen und der Verkaufspreis mit ihr. Genau das ist der Sinn der Kaskade: Sie orientiert sich immer an der besten Realität, die tatsächlich verfügbar ist.
Zeigt das Verkaufspreis-Ziel auf das Artikelfeld Verkaufspreis, kann es bei Mehrvarianten-Artikeln nicht sinnvoll gesetzt werden — das Feld gilt für alle Varianten gemeinsam. Der Lauf überspringt solche Artikel und vermerkt es im Protokoll. Abhilfe schafft ein Varianten-Zielfeld; siehe Feldzuordnungen.
Station 8 — Der Wächter
Jede Verkaufspreisänderung — ob aus dem Abgleich, aus einer Direkteingabe auf der Abgleich-Seite oder aus ganz normaler Handarbeit im Produktformular — löst zum Schluss den Preislistenwächter aus. Er rechnet alle Preislisten durch, je anwendbarer Regel und Mengenstaffel, und fragt: Kommt dabei ein Verkaufspreis unter dem Floor heraus?
Falls ja, entsteht am Artikel eine Aktivität für die zuständige Person, mit Preisliste, Staffel, Regelpreis, Floor und bestem Einkaufspreis in der Notiz. Falls nein — und falls ein solches To-do bereits offen war —, wird es automatisch entfernt.
Station 9 — Das Protokoll
Am Ende steht ein Lauf-Datensatz mit Auslöser, Status, Zeitraum, acht Zählern, dem vollständigen Protokolltext, allen Preisänderungen des Laufs und einem Chatter. Er ist Ihre Antwort auf jede spätere Frage nach dem Warum — siehe Protokolle & Preis-Historie.
Kurz zusammengefasst
| Station | Was passiert | Was Sie steuern |
|---|---|---|
| 1 | Geltungsbereich bestimmen | Vom EGIS-Abgleich ausnehmen |
| 2 | Schlüssel wählen: PCS → EAN → Hersteller-ArtNr. | Feldzuordnung der PCS-Nummer |
| 3 | Angebote in die Lieferantenpreisliste | Distributoren-Mapping, Preistoleranz, EK-Pflege je Kategorie |
| 4 | Artikelattribute schreiben | Feldzuordnungen |
| 5 | Datenblatt: Gewicht, Beschreibung | Gewichts-Modus, Zielfelder |
| 6 | Abkündigung & Lieferbarkeit | Schwelle, Shop-Band, Shop-Meldung |
| 7 | Verkaufspreis bilden | Preisbildung, Kategorie-Regeln |
| 8 | Preislisten prüfen | Wächter an/aus, Empfänger, Mindestmarge |
| 9 | Protokoll schreiben | — |
Jetzt kennen Sie den Ablauf. Weiter geht es mit der Installation & Ersteinrichtung.