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Compliance

Mit AíPowerDesk können Unternehmen KI-Funktionen für Gesprächsdokumentation, Zusammenfassungen, Kategorisierung und Folgeprozesse nutzen — ohne die Kontrolle über Datenflüsse, Zugriffe und Betriebsmodelle zu verlieren.

Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick darüber,

  • wie AíPowerDesk betrieben werden kann,
  • welche organisatorischen und technischen Schutzmechanismen vorgesehen sind,
  • welche Verantwortung bei uns als Hersteller liegt,
  • und welche Punkte Kunden in ihrem eigenen Einsatzkontext prüfen und konfigurieren sollten.
Sie prüfen konkret?

Wenn Sie wissen müssen, welche Daten wo genau gespeichert werden und was passiert, wenn Sie Berechtigungen nachträglich einschränken, führt die Seite Daten im PowerDesk-Client das im Detail aus — mit Speicherorten, Aufbewahrung, Löschwegen und Prüfhinweisen für Auditoren.

Diese Seite bietet einen produktbezogenen Leitfaden. Sie ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Welche Konfiguration im Einzelfall zulässig und angemessen ist, hängt insbesondere vom Einsatzland, vom Anwendungsfall und von den internen Richtlinien des Kunden ab.

Unser Grundsatz​

AíPowerDesk ist darauf ausgelegt, Unternehmen bei der kontrollierten und nachvollziehbaren Nutzung KI-gestützter Gesprächsverarbeitung zu unterstützen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf lokalen Betriebsmodellen, steuerbaren Datenflüssen und klaren Berechtigungskonzepten.

Dazu gehören insbesondere:

  • vollständig lokaler Betrieb für sensible Umgebungen
  • BYOK- und externe Provider-Szenarien, wenn der Kunde diese bewusst nutzen möchte
  • benutzer- und gruppenbezogene Berechtigungen
  • Hinweise zu KI-generierten Inhalten direkt in der Oberfläche
  • Integration in bestehende Logging-, Export- und Aufbewahrungsprozesse
  • klare Trennung zwischen Herstellerverantwortung und Kundenkonfiguration

Unser Ziel ist nicht nur formale Compliance, sondern ein Produkt, das sich für Kunden kontrollierbar, transparent und vertrauenswürdig anfühlt.

Einsatzzwecke​

AíPowerDesk ist für folgende Einsätze vorgesehen:

  • Dokumentation rechtmäßig erhobener Gesprächsinhalte
  • Unterstützung bei Nachbearbeitung und Übergabeprozessen
  • Zusammenfassungen und Kategorisierung zur Entlastung von Mitarbeitern
  • Wissenserschließung aus bestehenden Gesprächsverläufen im Rahmen der vergebenen Berechtigungen
  • Strukturierte Übergabe in nachgelagerte Systeme wie CRM- oder Ticketsysteme

AíPowerDesk ist nicht dafür vorgesehen,

  • Mitarbeiter automatisiert zu bewerten oder zu ranken,
  • Verhaltens- oder Leistungsscores zu erzeugen,
  • Emotionserkennung im Beschäftigungskontext einzusetzen,
  • oder ohne menschliche Prüfung rechtlich oder organisatorisch sensible Entscheidungen zu treffen.

Betriebsmodelle​

Je nach Anforderungen an Datenschutz, Infrastruktur und Governance kann AíPowerDesk in unterschiedlichen Betriebsmodellen eingesetzt werden.

Lokaler Betrieb / kundeneigene Dienste​

Der lokale Betrieb ist eine der zentralen Stärken von AíPowerDesk. Für viele Kunden ist dies die bevorzugte Option, wenn sensible Gesprächsinhalte verarbeitet werden oder strenge Anforderungen an Datenstandort, Kontrolle und interne Governance bestehen.

Geeignet insbesondere für:

  • hohe Datenschutzanforderungen
  • sensible Gesprächsinhalte
  • enge Vorgaben zu Datenstandort oder Drittlandtransfer
  • interne KI-Strategien des Kunden
  • Umgebungen, in denen externe Datenübertragung möglichst vermieden werden soll

Externe KI-Dienste / BYOK​

AíPowerDesk kann auch mit kundenseitig vorhandenen API-Schlüsseln und externen KI-Diensten betrieben werden. Solche Konfigurationen sollten bewusst gewählt, dokumentiert und gegen interne Compliance-Vorgaben geprüft werden.

Dabei gilt:

  • Der Datenpfad sollte für alle Beteiligten nachvollziehbar sein,
  • externe Provider sollten bewusst ausgewählt werden,
  • und der Kunde sollte prüfen, ob zusätzliche datenschutzrechtliche oder vertragliche Anforderungen gelten.
Empfehlung

Für sensible Umgebungen ist ein lokales oder kundeneigenes Betriebsmodell in der Regel die naheliegende Standardoption.

Welche Daten verarbeitet werden können​

Im Alltag werden „Transkript", „Zusammenfassung" und „Ruflisteneintrag" häufig synonym verwendet. Für die datenschutzrechtliche Bewertung ist die Unterscheidung jedoch entscheidend, weil sich die Datenarten in Entstehung, Inhaltstiefe und Aufbewahrung deutlich unterscheiden:

DatenartWas sie enthältEntsteht
RuflisteneintragVerkehrsdaten: wer, wann, wie lange, mit welchem Ergebnis — sowie den Ruflistenkommentarimmer — auch ohne Transkription und ohne Aufzeichnung
RuflistenkommentarFreitext eines Mitarbeiters oder die Kurzfassung der Gesprächszusammenfassungdurch Eingabe eines Menschen oder durch AíPowerDesk, das die Kurzfassung dort einträgt
Transkriptionden Gesprächsinhalt im Volltext, nach Sprecherseite getrenntnur bei aktivierter Transkription
Gesprächszusammenfassungverdichteten Gesprächsinhalt, KI-generiertnur auf Basis einer vorhandenen Transkription
Gesprächsaufzeichnungdie Audioaufnahme selbstausschließlich über Fluxpunkt Call Recording
Kategorien, Tags, Aufgabenstrukturierte Ergebnisse aus der Zusammenfassungmit der Zusammenfassung
Benutzer- und Berechtigungsinformationenwer worauf zugreifen darfmit der Konfiguration
Exportdatendie von Ihnen festgelegten Feldernur bei eingerichtetem Export

Zwei Zusammenhänge sind für die Bewertung praktisch bedeutsam:

  • Eine Zusammenfassung entsteht nie ohne Transkription. Wer Gesprächsinhalte aus der Verarbeitung heraushalten möchte, setzt bei der Transkription an — nicht bei der Zusammenfassung.
  • Der Ruflistenkommentar trägt Gesprächsinhalt, sobald eine Kurzfassung eingetragen wurde. Damit sieht jeder, der den Ruflisteneintrag sehen darf, auch diese Kurzfassung — unabhängig davon, ob er Transkripte oder Zusammenfassungen einsehen darf. Wer diese Trennung braucht, muss die Sichtbarkeit des Ruflisteneintrags selbst einschränken. Details und die begleitenden Schutzmechanismen (Autorangabe, Änderungsdatum, Schreibschutz, eigenes Recht zum Setzen des Kommentars) finden Sie unter Daten im PowerDesk-Client.
  • Eine Transkription setzt keine dauerhafte Aufzeichnung voraus. Die in AíPowerDesk eingebaute Live-Transkription arbeitet ohne Audioaufnahme auf einem Datenträger. Welcher Weg zu Ihren Anforderungen passt, behandelt das Kapitel Live-Transkription oder Call Recording?.

Welche Datenarten tatsächlich verarbeitet werden, hängt von der jeweiligen Konfiguration und den aktivierten Modulen ab.

Wo diese Daten liegen​

OrtWas dort liegt
STARFACE-Installationder maßgebliche Bestand: Verbindungsdaten, Transkripte, Zusammenfassungen, Voicemail-Audio
PowerDesk-Client (Browser des Anwenders)ein Arbeitsvorrat zur schnellen Anzeige: Ruflisteneinträge und Zusammenfassungen
Externer KI-Provider
optional
nur bei bewusst gewählter externer Verarbeitung, nur für die Dauer der Anfrage
Angebundene Drittsysteme
optional
nur die von Ihnen exportierten Felder

Der clientseitige Arbeitsvorrat ist der Teil, der in Prüfungen regelmäßig übersehen wird. Er ist deshalb vollständig dokumentiert: Daten im PowerDesk-Client.

Aufzeichnung und Transkription​

Transkription und KI-gestützte Gesprächsverarbeitung setzen ein geeignetes Recording-Setup mit Fluxpunkt Call Recording voraus. Ob und unter welchen Voraussetzungen Gesprächsinhalte aufgezeichnet und weiterverarbeitet werden dürfen, muss der Kunde in seinem rechtlichen und organisatorischen Kontext prüfen.

AíPowerDesk sollte deshalb nur so eingesetzt werden, dass

  • Aufzeichnung und Weiterverarbeitung auf einer tragfähigen Grundlage erfolgen,
  • Hinweis- oder Einwilligungsmechanismen dort eingesetzt werden, wo sie erforderlich sind,
  • Ausnahmen und Sonderfälle technisch abgebildet werden können,
  • und die eingesetzten Regeln nachvollziehbar bleiben.

Je nach Setup können ergänzende Mechanismen wie automatische Löschung oder Retention-Regeln über angebundene Systeme und Module umgesetzt werden.

Zugriffe und Berechtigungen​

Gerade bei Gesprächsdaten ist nicht nur entscheidend, ob Daten verarbeitet werden, sondern wer sie sehen darf.

AíPowerDesk verfügt über ein benutzer- und gruppenbezogenes Rechtesystem, mit dem sich Rechte im Verhältnis zu anderen Benutzern und Gruppen gezielt einräumen oder entziehen lassen.

Dazu können – abhängig von Konfiguration und Einsatz – insbesondere Berechtigungen für folgende Bereiche relevant sein:

  • Sichtbarkeit von Gesprächsinformationen
  • Zugriff auf Transkripte und Zusammenfassungen
  • teamübergreifende oder benutzerübergreifende Einsicht
  • Nutzung von Such- und Assistenzfunktionen
  • Weitergabe an angebundene Systeme
  • administrative Konfiguration

Unser Leitprinzip​

Need to know statt maximale Sichtbarkeit.

Inhalte sollten nur den Personen oder Rollen zugänglich sein, die sie für ihre Aufgabe tatsächlich benötigen. Besonders bei teamübergreifenden Sichten, Suche über Gesprächsinhalte oder KI-gestützten Assistenzfunktionen ist ein konsistentes Berechtigungsmodell entscheidend.

Für wiederkehrende Konstellationen stehen vorbereitete Rollen zur Verfügung — darunter Supervisor, Stellvertreter, Qualitätssicherung, Compliance Officer und Auditor (Nur Einsicht). Sie ersparen es, Einzelrechte je Benutzer zusammenzustellen, und machen in einer Prüfung nachvollziehbar, warum jemand Zugriff hat.

Auskunft statt Rückfrage beim Administrator​

Datenschutz ist nicht nur Zugriffsbeschränkung, sondern auch Auskunft. Zu jedem Gespräch lässt sich in der Oberfläche einsehen, wer im Unternehmen dieses Gespräch lesen kann — und aus welchem Grund: weil es das eigene Gespräch ist, über eine Gruppenmitgliedschaft, über eine Rolle oder durch eine ausdrückliche Einzelfreigabe. Ein Mitarbeiter muss dafür niemanden fragen.

Privatsphäre im Einzelfall​

Ein Personalgespräch, ein Anruf beim Betriebsrat, eine private Rückfrage: Es gibt Gespräche, die grundsätzlich zulässige Auswertbarkeit im konkreten Fall nicht vertragen. Dafür gibt es in AíPowerDesk ein Betroffenen-Kontrollrecht: Ein Gesprächsteilnehmer — ausdrücklich nicht der Administrator — kann ein einzelnes Gespräch als privat markieren, und zwar bereits während es läuft.

Ein als privat markiertes Gespräch verhält sich so:

ZeitpunktWirkung
Während des GesprächsNiemand außerhalb des Gesprächs kann mithören; ein bereits laufendes Mithören wird aufgelegt. Eine von Dritten gestartete Live-Transkription wird sofort entzogen.
Für die Teilnehmer selbstEine von einem Teilnehmer gestartete Transkription läuft weiter — der Schutz richtet sich gegen Dritte, nicht gegen die Betroffenen selbst.
Nach dem GesprächTranskript, Zusammenfassung und Voicemail-Audio sind ausschließlich für die Teilnehmer lesbar — unabhängig von jeder sonstigen Berechtigung. Auch der Export in Drittsysteme ist gesperrt.
Der RuflisteneintragVerschwindet für Dritte vollständig, statt als gesperrt angezeigt zu werden. Denn ein sichtbarer Eintrag mit Schloss-Symbol würde weiterhin verraten, wer wann wie lange mit wem gesprochen hat.

Setzt eine Seite das Gespräch auf privat, gilt das für alle. Zurücknehmen kann die Markierung nur, wer sie gesetzt hat.

Wenn Berechtigungen nachträglich eingeschränkt werden​

Eine der häufigsten Prüffragen lautet: Gilt „einmal Zugriff, immer Zugriff"? — Nein.

AíPowerDesk hält Daten nicht nur serverseitig zurück, sondern setzt einen Entzug bis in den lokalen Speicher des PowerDesk-Clients durch:

  • Werden Berechtigungen geändert, erkennt der Client das beim nächsten Start und löscht seinen gesamten lokalen Bestand — Ruflisteneinträge, gespeicherte Zusammenfassungen, gespeicherte Filterlisten — und baut ihn unter den neuen Berechtigungen neu auf. Es wird gelöscht, nicht ausgeblendet.
  • Wird ein Gespräch als privat markiert, verschwindet es bei allen anderen unmittelbar und wird auch lokal entfernt. Wer in diesem Moment offline war, wird beim nächsten Start nachgeholt.
  • Werden Ruflisteneinträge gelöscht, zieht ein laufender Abgleich das im Client nach.
Was wir nicht garantieren können

Diese Mechanismen greifen, sobald der Client das nächste Mal läuft und die Anlage erreicht. Sie können naturgemäß nicht erfassen, was ein Anwender zuvor selbst kopiert, exportiert, ausgedruckt oder als Screenshot festgehalten hat, und sie sind eine Löschung in einer Browser-Datenbank, keine sichere Löschung des Datenträgers.

Wir können also zusichern, dass ein Rechteentzug aktiv durchgesetzt wird. Wir können nicht zusichern, dass einmal geflossene Daten restlos verschwinden. Diese Grenze hat jede Software, die Daten anzeigt — und sie ist der Grund, warum ein restriktives Ausgangs-Berechtigungskonzept wirksamer ist als jede nachträgliche Korrektur. Die vollständige Aufstellung der Grenzen finden Sie unter Daten im PowerDesk-Client.

KI-generierte Inhalte​

AíPowerDesk kann Inhalte wie Zusammenfassungen, Kategorien oder Assistenzantworten mit Hilfe von KI erzeugen. Solche Inhalte werden in der grafischen Oberfläche durch Hinweise auf KI-generierte Inhalte und deren technische Grenzen und Einschränkungen kenntlich gemacht.

Eine Besonderheit ist der Ruflistenkommentar: Er kann sowohl von einem Menschen als auch von AíPowerDesk stammen. Woher ein konkreter Kommentar kommt, ist an der mitgeführten Autorangabe erkennbar.

Wichtig ist außerdem:

  • KI-Ausgaben können unvollständig oder fehlerhaft sein.
  • Sie sollten vor sensiblen Folgeaktionen geprüft werden.
  • Sie sollten nicht ungeprüft zur alleinigen Grundlage kritischer Entscheidungen werden.

Transparente Einordnung​

Derzeit gehört ein eigener technischer Review-Schritt vor dem Export nicht zum Standardumfang. Deshalb empfehlen wir Kunden, Freigaben für sensible Folgeprozesse organisatorisch und über Berechtigungen abzubilden.

Transparenz über Datenfluss und Provider​

Kunden sollten jederzeit nachvollziehen können,

  • ob ein lokales Modell, ein kundeneigener Dienst oder ein externer Provider genutzt wird,
  • welche Komponenten an der Verarbeitung beteiligt sind,
  • und welche Daten in welchem Verarbeitungsschritt betroffen sein können.

AíPowerDesk unterstützt dabei sowohl lokale Betriebsmodelle als auch BYOK- und externe Provider-Szenarien.

Transparenz ist aus unserer Sicht kein Zusatz, sondern Teil eines vertrauenswürdigen Produkts.

Aufbewahrung, Löschung und Nachvollziehbarkeit​

AíPowerDesk kann in bestehende Aufbewahrungs- und Löschkonzepte eingebettet werden.

Dazu gehören insbesondere:

  • OneDrive Retention Policies für die automatische Löschung von Aufzeichnungen, sofern OneDrive als Speicherziel eingesetzt wird
  • das kostenlose STARFACE-Archivierungsmodul für die zeitgesteuerte Löschung älterer Ruflistendaten auf der STARFACE.

Je nach eingesetztem Betriebsmodell und Speicherort sollten Kunden prüfen, welche Aufbewahrungs- und Löschregeln für

  • Audioaufzeichnungen,
  • Transkripte,
  • Zusammenfassungen,
  • Exportdaten,
  • und Protokolle

gelten und dokumentiert werden sollen.

Ein wirksames Löschkonzept bedeutet auch, dass Speicherorte und Folgeprozesse gemeinsam betrachtet werden — und dass der lokale Arbeitsvorrat im PowerDesk-Client dabei nicht übersehen wird. Er wird nicht über Aufbewahrungsfristen gesteuert, sondern über Berechtigungen: Er baut sich bei jeder Rechteänderung neu auf und lässt sich jederzeit gezielt zurücksetzen (Details).

Protokollierung und Auditierbarkeit​

Für sensible Aktionen ist Nachvollziehbarkeit entscheidend. Für die Umsetzung von Audit-Logging ist im STARFACE-Umfeld insbesondere EventBridge vorgesehen.

Je nach Setup kann die Protokollierung insbesondere folgende Vorgänge (durch Überwachung von ModuleChangeEvents) unterstützen:

  • Aktivierung oder Änderung relevanter KI- und Recording-Funktionen
  • Änderungen an Berechtigungen
  • Exporte in angebundene Systeme
  • Provider- oder Modellwechsel
  • technische Folgeprozesse und Integrationsereignisse

Welche Audit-Tiefe im konkreten Einsatz erreicht wird, hängt von der eingesetzten Architektur und Konfiguration ab.

AI Act, DSGVO und Verantwortlichkeiten​

AíPowerDesk ist darauf ausgerichtet, sich in einen verantwortungsvollen und kontrollierbaren KI-Einsatz einzufügen.

AI Act​

Nach unserem Verständnis ist AíPowerDesk im Regelfall ein KI-System im Sinne des EU AI Act. In den vorgesehenen Standard-Einsatzszenarien ist das Produkt jedoch nicht darauf ausgelegt, verbotene KI-Praktiken umzusetzen oder Mitarbeitende automatisiert zu bewerten.

AíPowerDesk ist insbesondere nicht dafür vorgesehen,

  • Emotionserkennung im Beschäftigungskontext einzusetzen,
  • Mitarbeitende automatisiert zu ranken oder zu scoren,
  • oder ohne menschliche Prüfung sensible Entscheidungen zu treffen.

Ob ein konkreter Kundeneinsatz regulatorisch anders einzuordnen ist, hängt immer vom tatsächlichen Verwendungszweck und der jeweiligen Konfiguration ab.

DSGVO und organisatorische Einbettung​

AíPowerDesk stellt technische und organisatorische Ansatzpunkte für einen kontrollierten Einsatz bereit. Der Kunde bleibt jedoch dafür verantwortlich,

  • ob Gesprächsinhalte im jeweiligen Kontext verarbeitet werden dürfen,
  • wie Hinweis- und Einwilligungsmechanismen ausgestaltet werden,
  • welche Berechtigungen vergeben werden,
  • welche Speicher- und Löschfristen gelten,
  • und welche externen Dienste oder Integrationen eingebunden werden.

Rolle von Hersteller und Kunde​

Ein guter Compliance-Ansatz funktioniert nur mit klar verteilten Verantwortlichkeiten.

Unsere Verantwortung als Hersteller​

Wir schaffen die technischen und dokumentarischen Voraussetzungen für einen kontrollierbaren Einsatz, insbesondere durch:

  • lokale und externe Betriebsoptionen
  • Unterstützung für BYOK-Szenarien
  • nachvollziehbare Produktgrenzen
  • ein benutzer- und gruppenbezogenes Rechtesystem mit vorbereiteten Rollen
  • ein Betroffenen-Kontrollrecht für den Einzelfall (privates Gespräch)
  • eine Auskunftsansicht, wer ein Gespräch lesen kann und warum
  • die aktive Durchsetzung eines Rechteentzugs bis in den lokalen Speicher des Clients
  • Hinweise auf KI-generierte Inhalte in der Oberfläche
  • Integration in Logging-, Export- und Aufbewahrungsprozesse
  • Dokumentation zu Integrationen, Datenflüssen und Betriebsmodellen
  • Leitlinien für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz

Verantwortung des Kunden​

Der Kunde verantwortet seinen konkreten Einsatzkontext, insbesondere:

  • die rechtliche und organisatorische Zulässigkeit des gewählten Einsatzes,
  • die Konfiguration von Recording, Hinweisen und Einwilligungen,
  • das Rollen- und Berechtigungskonzept,
  • Aufbewahrungs- und Löschfristen,
  • die Auswahl externer Provider,
  • sowie interne Richtlinien, Schulungen und Freigabeprozesse.

Einfacher Leitfaden für die Einführung​

Wer AíPowerDesk einführt, sollte folgende Schritte durchgehen:

1. Einsatz klären​

Definieren Sie, wofür AíPowerDesk eingesetzt werden soll — und ausdrücklich auch, wofür nicht.

2. Betriebsmodell wählen​

Prüfen Sie, ob ein lokaler oder kundeneigener Betrieb möglich und sinnvoll ist. Falls externe Provider oder BYOK-Szenarien eingesetzt werden, dokumentieren Sie diese Entscheidung bewusst.

3. Recording und Hinweise prüfen​

Stellen Sie sicher, dass Aufzeichnung und Weiterverarbeitung im jeweiligen Einsatzkontext zulässig und korrekt konfiguriert sind.

4. Rechte sauber festlegen​

Legen Sie fest, welche Benutzer und Gruppen welche Inhalte sehen und nutzen dürfen.

5. Export- und Folgeprozesse bewerten​

Definieren Sie, welche KI-Ausgaben organisatorisch geprüft werden sollen, bevor sie in nachgelagerte Systeme übernommen oder weitergegeben werden.

6. Aufbewahrung und Löschung konfigurieren​

Stimmen Sie Speicher- und Löschfristen mit Ihren internen Vorgaben und eingesetzten Speichersystemen ab.

7. Client-seitige Datenhaltung bewerten​

Nehmen Sie den lokalen Arbeitsvorrat im PowerDesk-Client in Ihr Verarbeitungsverzeichnis und Ihr Löschkonzept auf. Die Seite Daten im PowerDesk-Client enthält dazu die Speicherorte, die Aufbewahrung, die Löschwege und Prüfschritte, mit denen sich die Wirksamkeit nachweisen lässt.

8. Beteiligte informieren​

Stellen Sie sicher, dass relevante Ansprechpartner für Datenschutz, IT-Sicherheit, Administration und gegebenenfalls Arbeitnehmervertretungen frühzeitig eingebunden sind.

Häufige Fragen​

Ist AíPowerDesk nur mit externen KI-Diensten nutzbar?​

Nein. Der lokale Betrieb gehört zu den Stärken von AíPowerDesk. Zusätzlich sind BYOK- und externe Provider-Szenarien möglich.

Können Kunden die Datenflüsse steuern?​

Ja. Das ist ein zentrales Ziel des Produkts. Welche Optionen konkret zur Verfügung stehen, hängt vom jeweiligen Betriebsmodell und der Konfiguration ab.

Wie werden Berechtigungen gesteuert?​

AíPowerDesk verfügt über ein benutzer- und gruppenbezogenes Rechtesystem, mit dem Rechte im Verhältnis zu anderen Benutzern und Gruppen gezielt eingeräumt oder entzogen werden können.

Gibt es eine Kennzeichnung für KI-Inhalte?​

Ja. KI-generierte Inhalte werden in der Oberfläche entsprechend kenntlich gemacht.

Gibt es einen technischen Review-Schritt vor dem Export?​

Derzeit gehört ein eigener Review-Schritt vor dem Export nicht zum Standardumfang. Für sensible Folgeprozesse empfehlen wir deshalb klare organisatorische Freigaben und ein restriktives Berechtigungskonzept.

Welche Daten liegen auf dem Rechner des Anwenders?​

Der PowerDesk-Client hält im Browser einen Arbeitsvorrat aus Ruflisteneinträgen und Gesprächszusammenfassungen, damit die Anzeige nicht bei jedem Öffnen neu geladen werden muss. Transkript-Volltexte und Audiodaten werden dort nicht dauerhaft gespeichert. Die vollständige Aufstellung finden Sie unter Daten im PowerDesk-Client.

Was passiert mit bereits übertragenen Daten, wenn ich Rechte später einschränke?​

Der Client erkennt die Änderung beim nächsten Start und löscht seinen lokalen Bestand vollständig, bevor er ihn unter den neuen Rechten neu aufbaut. Es gilt also kein „einmal Zugriff, immer Zugriff". Was ein Anwender vorher selbst kopiert oder exportiert hat, lässt sich technisch allerdings nicht zurückholen — siehe die Grenzen.

Können Mitarbeiter ein einzelnes Gespräch vor Auswertung schützen?​

Ja. Jeder Gesprächsteilnehmer kann ein Gespräch als privat markieren — auch während es läuft. Es ist danach nur noch für die Teilnehmer zugänglich und verschwindet für alle anderen aus der Rufliste. Siehe Privatsphäre im Einzelfall.

Wie lassen sich Lösch- und Aufbewahrungsregeln umsetzen?​

Je nach Speicherort und Setup können beispielsweise OneDrive Retention Policies sowie das STARFACE-Archivierungsmodul eingesetzt werden. Welche Regeln im Einzelfall angemessen sind, hängt vom Nutzungskontext ab.

Spielt der AI Act für AíPowerDesk eine Rolle?​

Ja. AíPowerDesk ist für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz ausgelegt. Wie ein konkreter Einsatz regulatorisch einzuordnen ist, hängt jedoch immer vom tatsächlichen Verwendungszweck und der Konfiguration beim Kunden ab.

Technische Vertiefung​

Relevante Dokumente und weiterführende Informationen​

Empfehlung für sensible Umgebungen​

Für Organisationen mit erhöhten Anforderungen an Datenschutz, Nachvollziehbarkeit oder interne Governance empfehlen wir in der Regel:

  • ein lokales oder kundeneigenes Betriebsmodell,
  • restriktive Standardberechtigungen,
  • klare Review-Prozesse,
  • dokumentierte Löschfristen,
  • und eine frühzeitige Einbindung von Datenschutz, IT-Sicherheit und Governance-Verantwortlichen.

Ansprechpartner​

Wenn Sie die Eignung von AíPowerDesk für Ihren konkreten Einsatz bewerten möchten, unterstützen wir Sie gern mit produktbezogenen Informationen zu Betriebsmodellen, Schnittstellen, Datenflüssen und Konfigurationsmöglichkeiten.

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