Zustandsprüfungen
Monitoring stellt Messwerte nicht nur für Ihr Monitoring-System bereit. Das Modul prüft die STARFACE auch selbst: Speicherplatz, Zertifikat, Festplatten und Arbeitsspeicher. Fällt dabei etwas auf, meldet es das von sich aus. Die Meldung landet als Systemreport auf der Anlage und – ist die Anlage angebunden – im StarfleetController.
Sie brauchen dafür keinen Monitoring-Server, keinen Monitoring-Host und keine Einstellung. Die Prüfungen laufen in beiden Editionen, sobald das Modul lizenziert ist.
Wie eine Meldung Sie erreicht
- Monitoring stellt bei einer Prüfung eine Auffälligkeit fest.
- Das Admin Power Pack legt daraus einen STARFACE-Systemreport an. Er erscheint in der Administration der Anlage.
- Ist die Anlage mit einem StarfleetController verbunden und dort ein Partner freigegeben, leitet das Admin Power Pack die Meldung weiter. Sie steht dann in der Karte Aufmerksamkeit über der Anlagenliste – neben den Meldungen aller anderen Anlagen Ihrer Flotte.
| Installiert auf der Anlage | Was Sie erhalten |
|---|---|
| Monitoring allein | Die Prüfungen laufen, die Meldungen erreichen aber niemanden. |
| Monitoring und Admin Power Pack | Systemreport auf der Anlage. |
| Monitoring und Admin Power Pack, Anlage am StarfleetController angebunden | Systemreport auf der Anlage und Meldung in der Konsole des Controllers, lesbar auch über dessen Schnittstellen und Ihren KI-Assistenten. |
Sie betreuen 120 Anlagen. Statt auf jeder einzelnen nach Systemreports zu sehen, öffnen Sie morgens die Konsole des StarfleetControllers. Dort steht: „Freier Festplattenplatz – Warnung" bei einem Kunden in Esslingen. Sie räumen alte Gesprächsaufzeichnungen auf, bevor das nächste Backup scheitert.
Die Prüfungen im Überblick
| Prüfung (Betreff der Meldung) | Wie oft | Plattform | Erinnerung |
|---|---|---|---|
| Freier Festplattenplatz | alle 10 Minuten | Appliance, Cloud, VM | alle 24 Stunden |
| Gültigkeit des SSL-Zertifikats | einmal täglich | Appliance, Cloud, VM | alle 48 Stunden |
| Zustand der Festplatten (S.M.A.R.T.) | stündlich, hinter einem MegaRAID-Controller alle 10 Minuten | nur Appliance | alle 24 Stunden |
| Speichermangel | alle 10 Minuten | Appliance, Cloud, VM | – |
Die erste Prüfung läuft wenige Minuten nach dem Start des Moduls. Die Spalte Erinnerung sagt, wie oft das Modul einen unveränderten Befund erneut meldet.
Freier Festplattenplatz
Eine volle Systempartition ist der häufigste stille Ausfallgrund einer Telefonanlage. Backups und Aufzeichnungen schlagen fehl, Updates brechen ab, im schlimmsten Fall stellt die Datenbank den Betrieb ein. Monitoring prüft deshalb alle zehn Minuten den freien Platz auf der Systempartition.
| Schwere | Wann |
|---|---|
Warnung | weniger als 15 % frei und weniger als 10 GB frei |
Fehler | weniger als 5 % frei |
Kritisch | weniger als 512 MB frei – die Grenze, ab der auch die STARFACE selbst warnt |
Die Meldung nennt den freien und den gesamten Platz und gibt Hinweise, was sich aufräumen lässt: alte Backups, Gesprächsaufzeichnungen, Faxe und Logdateien.
Prozente allein führen bei großen Festplatten in die Irre: 15 % einer 1-TB-VM sind 150 GB – mehr als genug. Mit 10 GB oder mehr freiem Platz warnt Monitoring deshalb nie. Damit ein Wert, der um die Grenze pendelt, nicht ständig meldet, gilt eine Warnung erst über 20 % freiem Platz als erledigt.
Eine VM mit 40 GB Systempartition zeichnet seit Monaten alle Gespräche auf. Bei 5,8 GB frei (14 %) meldet Monitoring eine Warnung. Sie lagern die Aufzeichnungen auf ein NAS aus. Steigt der freie Platz über 20 %, meldet das Modul „Wieder ausreichend", und die Meldung ist erledigt.
Gültigkeit des SSL-Zertifikats
Läuft das Zertifikat der Weboberfläche ab, melden Browser, Apps und Telefone einen Zertifikatsfehler. Monitoring prüft einmal täglich das aktive Zertifikat der Anlage.
| Schwere | Wann |
|---|---|
Warnung | noch 14 Tage oder weniger gültig |
Fehler | noch 3 Tage oder weniger gültig |
Kritisch | abgelaufen |
Die Meldung nennt das Ablaufdatum und sagt, ob die automatische Erneuerung per Let's Encrypt aktiv ist. Ist sie aktiv, hätte sie das Zertifikat 30 Tage vor Ablauf erneuern müssen – dann ist sie offenbar fehlgeschlagen, und die Meldung nennt das Ergebnis des letzten Laufs.
Die Meldung enthält nur Datum und Restlaufzeit. Domainname und Inhaber des Zertifikats verlassen die Anlage nicht.
Bei einem Kunden hat eine Firewall-Änderung den Port 80 geschlossen. Let's Encrypt kann das Zertifikat nicht mehr erneuern. Zwei Wochen vor Ablauf meldet Monitoring: „läuft am 03.11. ab, die automatische Erneuerung ist offenbar fehlgeschlagen". Sie öffnen den Port wieder, bevor ein Telefon den Dienst verweigert.
Zustand der Festplatten (S.M.A.R.T.)
Festplatten und SSDs kündigen ihren Ausfall oft Wochen vorher an. Sie führen dazu eine eigene Statistik, genannt S.M.A.R.T. (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology). Monitoring liest diese Werte regelmäßig aus und meldet, sobald eine Platte Verschleiß oder Fehler zeigt. So tauschen Sie eine Platte geplant – und nicht nach dem Ausfall.
Die Prüfung läuft ausschließlich auf STARFACE-Appliances. Auf VMs und in der Cloud sieht das Modul nur virtuelle Festplatten. Deren Werte sagen nichts über die echte Hardware aus; die überwacht dort der Hypervisor bzw. der Betreiber.
Jede Festplatte erhält ihre eigene Meldung. Der Betreff nennt Modell und Seriennummer, zum Beispiel Festplattenzustand Samsung SSD 870 EVO 500GB (S/N S62ANJ0R412345). So bleibt die Meldung derselben Platte zugeordnet, auch wenn Linux die Laufwerke nach einem Neustart anders nummeriert. Die Beschreibung nennt zusätzlich den aktuellen Gerätenamen, die Betriebsstunden und den auffälligen Wert.
| Schwere | SATA-Festplatte oder -SSD | NVMe-SSD |
|---|---|---|
Warnung | Die Zahl der ersetzten Sektoren ist gestiegen. Die Zahl der Übertragungsfehler (CRC) ist gestiegen – oft ein Kabel oder Anschluss, nicht die Platte. | Die Abnutzung hat 90 % der vom Hersteller angegebenen Lebensdauer erreicht. |
Fehler | Es gibt schwebende oder nicht korrigierbare Sektoren – Bereiche, die die Platte nicht mehr sicher lesen kann. Ein Frühwarn-Wert liegt unter der Schwelle des Herstellers. | Die Zahl der Medienfehler ist gestiegen. |
Kritisch | Die Platte bewertet ihren eigenen Zustand als nicht bestanden. | Die SSD meldet eine kritische Warnung, zum Beispiel einen erschöpften Reservebereich. |
Ein Befund wegen eines gestiegenen Zählers gilt als erledigt, wenn der Zähler sieben Tage lang nicht weiter steigt. Ein einzelner ersetzter Sektor in fünf Jahren ist normal – eine Platte, die jede Woche neue Sektoren ersetzt, ist es nicht. Steigt ein Zähler innerhalb dieser sieben Tage erneut, meldet Monitoring das sofort, ohne auf die Erinnerung zu warten.
Zählerstände, die eine Platte schon vor der Installation des Moduls hatte, gelten als Ausgangsstand. Eine sechs Jahre alte Platte mit zwei ersetzten Sektoren löst also keine Warnung aus. Schwebende Sektoren und ein Gesamturteil nicht bestanden meldet das Modul dagegen ab der ersten Prüfung.
Festplatten hinter einem RAID-Controller
Viele Enterprise- und Platinum-Appliances spiegeln ihre Festplatten über einen RAID-Controller. Monitoring prüft auch dort jede einzelne Platte:
| Controller | Was Monitoring prüft |
|---|---|
| Intel RST | Jede Platte direkt, mit allen Werten aus der Tabelle oben. |
| Intel MegaRAID (ESRT2) | Die Werte, die der Controller je Platte meldet: Kritisch bei einer S.M.A.R.T.-Warnung oder einem vorhergesagten Ausfall, Fehler bei steigenden Medienfehlern, Warnung bei steigenden sonstigen Fehlern. |
| 3ware | Nicht unterstützt. |
Hinter dem MegaRAID-Controller prüft Monitoring alle zehn Minuten, weil die STARFACE die Werte des Controllers ohnehin jede Minute abruft. Die Prüfung kostet dort also nichts. Der Betreff nennt die Kennung, die der Controller für die Platte meldet, und die Beschreibung den Steckplatz. Ob das RAID selbst noch vollständig ist, überwacht die STARFACE unabhängig davon und meldet es per E-Mail.
Meldet eine Platte nicht bestanden, rechnet sie selbst mit ihrem baldigen Ausfall. Sichern Sie die Anlage sofort und planen Sie den Tausch der Appliance-Festplatte.
Wird eine Festplatte getauscht, erkennt Monitoring das an der neuen Seriennummer und beginnt für sie ohne alte Befunde. Hatte die ausgebaute Platte eine offene Meldung, meldet das Modul nach 24 Stunden einmal nicht mehr vorhanden – so bleibt im StarfleetController keine verwaiste Meldung stehen.
Eine Appliance läuft seit sechs Jahren im Serverraum eines Autohauses. An einem Dienstag meldet Monitoring „Festplattenzustand … – Fehler: 8 schwebende Sektoren". Sie spielen ein frisches Backup ein, tauschen die Platte am Samstag und vermeiden einen Ausfall mitten im Verkaufsgespräch.
Speichermangel
Geht einem Linux-System der Arbeitsspeicher aus, beendet der Kernel einen Prozess, um den Rest des Systems zu retten. Dieser Mechanismus heißt OOM-Killer (Out Of Memory). Auf einer Telefonanlage trifft er meist den größten Prozess – den Applikationsserver der STARFACE. Laufende Gespräche brechen ab, die Anlage startet ihre Dienste neu. Hinterher sieht alles wieder normal aus, und niemand weiß, warum die Telefone kurz weg waren.
Monitoring prüft alle zehn Minuten, ob der Kernel seit der letzten Prüfung einen Prozess beenden musste.
| Schwere | Wann |
|---|---|
Fehler | Der Kernel hat wegen Speichermangels einen Prozess beendet. |
Kritisch | Der beendete Prozess war der Applikationsserver, der Telefonie-Dienst oder die Datenbank der STARFACE. |
Die Meldung nennt den beendeten Prozess, soweit er sich ermitteln lässt, und den aktuell verfügbaren Arbeitsspeicher. Jeder weitere Fall wird sofort erneut gemeldet. Bleibt es 24 Stunden ruhig, gilt der Befund als erledigt. Fälle aus der Zeit vor der Installation des Moduls meldet Monitoring nicht.
STARFACE-Appliances verwenden Arbeitsspeicher ohne Fehlerkorrektur (ECC). Ohne ECC kann der Kernel einzelne fehlerhafte Speicherzellen nicht erkennen. Monitoring meldet deshalb die Folge – einen Speichermangel –, nicht die Ursache in der Hardware.
Eine VM mit 4 GB Arbeitsspeicher bedient seit einer Erweiterung 150 Benutzer. Zweimal in einer Woche melden Mitarbeiter „die Telefone waren kurz weg". Monitoring meldet beide Male „Speichermangel – Kritisch: Applikationsserver beendet". Sie erhöhen den Arbeitsspeicher der VM auf 8 GB – das Problem ist erledigt, ohne Ursachensuche im Log.
Wann das Modul meldet
Monitoring meldet Zustandswechsel, keine Messwerte. So bleibt die Karte Aufmerksamkeit ruhig, solange nichts passiert.
| Situation | Meldung |
|---|---|
| Der Zustand wird schlechter | sofort – eine Eskalation wartet nie auf eine Erinnerungsfrist |
| Der Zustand bleibt unverändert schlecht | erneut nach Ablauf der Erinnerungsfrist (siehe Überblick) |
| Der Zustand wird besser, ist aber noch nicht in Ordnung | keine |
| Der Zustand ist wieder in Ordnung | einmal, mit der Schwere Hinweis und dem Zusatz „Wieder in Ordnung" |
Alle Meldungen einer Prüfung tragen denselben Betreff. Der StarfleetController führt sie deshalb als einen Eintrag, aktualisiert Schwere und Beschreibung und zählt die Wiederholungen. Das Modul merkt sich den letzten Stand dauerhaft: Ein Neustart der Anlage oder ein Modulupdate wiederholt keine Meldung.
Bestätigen Sie eine Meldung im StarfleetController, verschwindet sie aus Ihrer Karte. Besteht das Problem weiter, erscheint sie mit der nächsten Erinnerung wieder. Ein bestätigter, aber ungelöster Befund geht so nicht verloren.
Kurz zusammengefasst
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Muss ich etwas einrichten? | Nein. Die Prüfungen laufen automatisch. |
| Was brauche ich, damit mich Meldungen erreichen? | Das Admin Power Pack auf der Anlage; für die Flottenübersicht zusätzlich die Anbindung an den StarfleetController. |
| Welche Edition? | Beide – Monitoring und Monitoring Pro. Ohne gültige Lizenz laufen keine Prüfungen. |
| Brauche ich dafür einen Monitoring-Server? | Nein. Die Prüfungen ergänzen Ihr Monitoring-System und funktionieren auch ohne. |
| Verändert das Modul dabei etwas an der Anlage? | Nein. Alle Prüfungen lesen nur. |
Nächster Schritt
Wie Sie Meldungen im StarfleetController lesen, bestätigen und an Ihr Ticketsystem weitergeben, steht unter StarfleetController – Aufmerksamkeit und Meldungen der Module und in der API-Referenz.