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Sicherheit

Sicherheit durch Transparenz

Eine Plattform, die auf hunderten fremden Telefonanlagen etwas verändern kann, muss erklären, was sie tut. Dieses Kapitel ist bewusst ausführlich und für einen – zurecht skeptischen – Techniker geschrieben.

Jeder Abschnitt beantwortet zwei Fragen: Welches Verfahren wird eingesetzt? und Warum genau dieses?

Die vier Grundsätze

Vier Entscheidungen tragen die gesamte Absicherung. Alles Weitere folgt aus ihnen.

1. Die Anlage ruft heraus

Jede Verbindung wird von der Telefonanlage nach außen aufgebaut. Der Controller kann von sich aus keine Anlage erreichen. Es muss keine Firewall geöffnet und kein Port weitergeleitet werden.

2. Rechte entstehen auf der Anlage

Nichts im Protokoll oder Datenpaket kann Rechte erweitern. Eine Berechtigung setzt ausschließlich ein Administrator auf der Anlage – und kann sie dort jederzeit wieder entziehen.

3. Zentral liegen nur öffentliche Schlüssel

Der private Schlüssel einer Anlage verlässt die Anlage nie. Ein Datenbankabzug des Controllers gibt öffentliche Schlüssel preis – und nichts, womit sich eine Anlage nachbilden ließe.

4. Signaturen zusätzlich zu TLS

Jedes Kommando ist signiert, jede Anmeldung einer Anlage ebenfalls. TLS schützt die Leitung; die Signatur schützt auch dann noch, wenn die Leitung nicht das ist, wofür man sie hält.

Was welches Verfahren verhindert

VerfahrenVerhindert konkretAusgeführt unter
Ausschließlich ausgehende VerbindungAngriffe von außen auf die Anlage; der Zwang, eine Firewall zu öffnenVerbindung und Transport
TLS auf Port 443Mitlesen und Verändern des Datenstroms unterwegsVerbindung und Transport
Einmaliger, kurzlebiger EinrichtungscodeDass ein alter oder abgefangener Code später noch eine Anlage anbindetAnbindung einer Anlage
Schlüssel-Pinning über den Fingerabdruck im CodeDass sich ein fremder Controller als der richtige ausgibtAnbindung einer Anlage
Signierte, kurzlebige Anmelde-AssertionDass jemand ohne den privaten Schlüssel der Anlage deren Verbindung übernimmtSignaturen und Schlüssel
Einmal-Kennung gegen WiedereinspielungDass eine mitgeschnittene Anmeldung ein zweites Mal funktioniertSignaturen und Schlüssel
Signatur über jedes Kommando, samt Ziel-AnlageDass ein manipuliertes Kommando ausgeführt oder ein Kommando auf der falschen Anlage gültig wirdSignaturen und Schlüssel
Pflicht-Ablaufdatum je KommandoDass ein mitgeschnittenes Kommando unbegrenzt wiederholbar bleibtSignaturen und Schlüssel
Signiertes Begrüßungs-FrameDass eine Anlage über eine kompromittierte TLS-Endstelle auf einen fremden Controller gezogen wirdSignaturen und Schlüssel
Berechtigung nur durch Zustimmung vor OrtDass ein Partner ohne Wissen des Kunden auf dessen Anlage arbeitetRechte und Not-Aus
Verengende RechteprojektionDass eine Berechtigung ein Werkzeug einschaltet, das der Kunde lokal abgeschaltet hatRechte und Not-Aus
Not-Aus auf der AnlageDass eine unerwünschte Fernsteuerung weiterläuftRechte und Not-Aus
Kein Auto-Provisioning der KontenDass jedes Konto eines Verzeichnisses in Ihre Flotte spaziertZugang zur Konsole
Bindung an die Identität hinter der AdresseDass eine recycelte Mailadresse ein bestehendes Konto übernimmtZugang zur Konsole
Rollen nur lokal vergebenDass ein Verzeichnisadministrator sich selbst Rechte in Ihrer Flotte gibtZugang zur Konsole
Zugangsdaten zum Partnerportal nicht speichernDass ein Einbruch in den Controller Ihren Portalzugang mitnimmtDaten, Protokoll und Datenhoheit

Was bewusst nicht getan wird

Ehrlichkeit gehört zur Sicherheitsbetrachtung dazu. Drei Dinge sind ausdrücklich nicht gebaut, und zwar aus Gründen:

  • Kein TLS-Zertifikats-Pinning. Die Anlage prüft Zertifikate ganz normal gegen den Systemspeicher. Die Echtheit des Controllers hängt stattdessen an seinem Signaturschlüssel – der über die gesamte Lebensdauer der Anlage besteht, während ein gepinntes Zertifikat regelmäßig wechselt und dann jedes Mal eine Anlage aussperrt.
  • Keine Client-Zertifikate. Eine eigene Zertifizierungsstelle für tausende Anlagen ist Betriebsaufwand, der gegenüber den Schlüsselpaaren keinen zusätzlichen Schutz bringt.
  • Kein Schutz gegen einen kompromittierten Controller. Wer den privaten Signaturschlüssel des Controllers besitzt, kann gültige Kommandos erzeugen. Genau deshalb liegt die Durchsetzung auf der Anlage, deshalb gibt es den Not-Aus, und deshalb steht das Selbsthosting als Option offen.

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